Soeckers – “Kopfkarussell“

Soeckers – “Kopfkarussell“

Selten in letzter Zeit war ich von einem deutschsprachigen Album geflasht, doch die aus dem Münsterland stammende Band Soeckers hat das gewiss mit ihrem Debüt “Kopfkarussell“ geschafft.

Soeckers - “Kopfkarussell“ (Chateau Lala)
Soeckers – “Kopfkarussell“ (Chateau Lala)

Das liegt sicherlich auch daran, dass den 13 Stücken eine juvenile Frische, Ungestümheit und Rohheit innewohnt, Attributen, die gepaart mit Melodienverliebtheit ein wunderbares und stets organisch klingendes Garagenpop-Werk ergeben.

Soeckers - Pressefoto (Foto Credit: Luis Engels)
Soeckers – Pressefoto (Foto Credit: Luis Engels)

Als Produzenten für den Erstling konnte das Quartett, bestehend aus Johannes Schulte-Schlichtmann (Sänger), Nils Temme (Gitarre), Lars Temme (Drums) und Julian Marpert (Bass), niemand Geringeren als Paul Gallister gewinnen, der in der Vergangenheit bereits den Sound von Acts wie Wanda, Der Nino aus Wien, Das Moped oder Ansa Sauermann zu veredeln wusste. Jener feiert übrigens auch als Komponist für Filmmusik große Erfolge und wurde 2017 mit dem Österreichischen Filmpreis in der Kategorie Beste Musik (“Die Mitte der Welt“) ausgezeichnet.

Für das Mastering und den Mix zeichnete dann – das soll nicht unerwähnt bleiben – Peter Schmidt (Kraftklub, Selig, Wir sind Helden, Olli Schulz) verantwortlich.

Die Formation, die in der Vergangenheit schon den Support für Bands wie Annenmaykantereit, Wanda oder Madsen bestritt, liefert einen der schönsten Momente des Albums sicherlich mit der Ballade “Halt Mich“ ab, einem melancholischen Song voller Poesie und Pathos.

Zu betören weiß einen auch die Indie Rock-Hymne “Bahnhofsgrau“, die sicherlich in diesem Sommer für Begeisterungsstürme bei den Festivals gesorgt hätte, wenn die Corona-Pandemie da nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Soeckers - “Gute Alte Zeit“ (Single - Chateau Lala - Foto Credit: Marco Klahold)
Soeckers – “Gute Alte Zeit“ (Single – Chateau Lala – Foto Credit: Marco Klahold)

Hört euch auch mal weitere Prachtstücke wie die Rock-lastige Hymne “Buch Über Gar Nichts“, das Folk-geschwängerte Lied “Miss Morphin“, das Garagenpop-Stück “Schlaf Bei Mir“ oder die von Schwermut und Wehmut geprägte Indie Rock-Nummer “Gute Alte Zeit“ an, wenn ihr euch einen ersten Eindruck vom Longplayer des Quartetts verschaffen wollt, auf dem Bands wie The Strokes oder The Libertines als Referenzpunkte fungieren.

Die aktuelle Singleauskopplung, der indie-poppige Song “Sag Was Du Wirklich Willst“, bringt den geneigten Hörer zum Nachdenken mit Lyrics, die von Wankelmut und Zweifeln handeln, die bei wichtigen Lebensentscheidungen, aber auch bei alltäglichen Entschlüssen, auftauchen.

Fazit: Man muss meines Erachtens kein Hellseher sein um vorauszusagen, dass das zwischen Indie Rock und Garagenpop changierende Debütalbum “Kopfkarussell“ den Jungs von Soeckers hierzulande einen enormen Bekanntheitssschub und vielleicht sogar den großen Durchbruch bescheren dürfte.

Den brandneuen Videoclip zu “Sag Was Du Wirklich Willst“ gibt es hier:

Hier der Videoclip zu “Bahnhofsgrau“:

Und hier das Video zu “Gute Alte Zeit“:

Das Album “Kopfkarussell“ auf Spotify anhören:

Website: https://www.soeckers.de

Facebook: https://www.facebook.com/soeckers/

Instagram: https://www.instagram.com/soeckers/

Soeckers – “Kopfkarussell“ (Chateau Lala)

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